Bildungsverbund Urbane Künste 2019-11-06T11:45:51+00:00

Bildungsverbund Urbane Künste

Im Bildungsverbund Urbane Künste entsteht in der Bezirksregion Alexanderplatz ein Netzwerk von Bildungseinrichtungen sowie Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kulturinstitutionen, Architekt*innen, Künstler*innen und Kulturschaffenden.

Mit den Themenschwerpunkten Urbane Künste, Architektur und Design sollen nachhaltige, dauerhafte Kooperationsbeziehungen zwischen allen Netzwerkmitgliedern aufgebaut werden.

Der Bildungsverbund bietet Unterstützung für Projekte in den Bereichen Stadtintervention, Jugendkulturen wie Mode, Objekt- und Streetart, sowie der Beschäftigung mit historischer Stadtbetrachtung oder kreativer Stadtgestaltung. Die im Verbund beteiligten Einrichtungen mit ihren Mitgliedern sind aufgerufen in künstlerischen Projekten die Rolle partizipativer Stadtnutzer*innen einzunehmen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche hierüber für ihr eigenes Lebens- und Wohnumfeld und kulturhistorische wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu sensibilisieren und sie zur Mitgestaltung zu motivieren. Ihre Wünsche und Träume sollen für die Entwicklung ihres Wohnumfeldes und der Lernorte aktiv einbezogen werden. Die Gestaltung der Übergänge von Grund- zur Oberschule soll begleitet, Willkommenskulturen und außerschulische Lernorte in den Alltag mit eingebettet werden.

Fotos: Natalia Hosie, Valeria Schwarz und Yannick Spiess

Steuerung und fachliche Begleitung des Bildungsverbundes

BA Mitte – Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur

Anne Pfennig
Tel.: 030 9018-33481
E-Mail: anne.pfennig@ba-mitte.berlin.de

Projekte des Bildungsverbundes

„Er(be)leben“ 2018  – ein partizipatives Projekt zum Thema Kulturerbe und öffentlicher Raum

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen des europäischen Kulturerbejahres e.V. gemeinsam mit der Künstler*innengruppe iCollective e.V. und der Architektengruppe Zuloark das Projekt „Er(be)leben“ durchgeführt.

In welchem Bezug steht das gegenwärtige Leben von Jugendlichen zu der Geschichte Berlins und was verstehen sie unter „kulturellem Erbe“?

Das Projekt ludt Schüler*innen dazu ein, diese Fragen anhand vier historischer Orte in Berlin Mitte zu untersuchen. Jedem der Orte wurde ein bestimmtes Konzept zugeordnet: das Nikolaiviertel wurde mit Austausch, die Klosterkirchenruine mit Innovation, der Alexanderplatz mit Konflikt und die Karl-Marx-Allee mit Mobilität verknüpft.

Jede Schüler*innengruppe entwickelte ein künstlerisches Projekt, das in einer Ausstellung in der Alten Münze präsentiert wurde. Hierbei begann eine Reihe von Diskussionen über die Zukunftsperspektiven rund um diese Orte. Die Ergebnisse dieser Gespräche wurden in einem Manifest für urbane Rechte junger Menschen im öffentlichen Raum festgehalten und als LED-Text in der Klosterkirchenruine veröffentlicht.

Die Absicht von Er(be)leben war es, Jugendliche als lebendige “Erbenträger/innen” anzusprechen, also als junge Menschen, die das Erbe Europas miterleben und auf ihre persönliche Art und Weise weitertragen. Denn ihr Verständnis von Erbe kann anders sein als institutionelle Auffassungen. Ziel war es, gemeinsam mit den Jugendlichen den Stadtraum neu zu entdecken, ihn als Lernmöglichkeit zu verstehen und spielerisch zu einer Plattform für künstlerische Interventionen zu verwandeln, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbringen. Dabei schlüpften die Jugendlichen in die Rolle von Stadtplaner*innen, Künstler*innen und Vermittler*innen.

Einblicke in das Projekt:

www.icollective-berlin.com/wp-ico/erbeleben/

www.webstagram.one/tag/erbeleben

Artikel zum Projekt auf der Online-Plattform „Kultur Mitte“ von Anna-Lena Wenzel: „Stadteroberungen – Über die Ausstellung „Er(be)leben“ in der Alten Münze“

Projektträger und Koordination:

iCollective e.V. in Kooperation mit Zuloark

Valeria Schwarz
E-Mail: info@icollective-berlin.com
www.icollective-berlin.com
http://zuloark.com

„Er(be)leben“ 2019 – die Stadt als (politisches) Gesamtkunstwerk

Auch dieses Jahr lassen die Kunstkollektive  iCollective e.V. und zuloark gemeinsam mit Schüler*innen der Grundschule Neues Tor und des Max-Planck-Gymnasiums mit der Leitfrage “Was ist die Stadt als (politisches) Gesamtkunstwerk für dich?” das Projekt im Jubiläumsjahr des Bauhauses zum zweiten Mal aufleben. Das auf den urbanen Raum interpretierte Konzept des Bauhauses motiviert die Teilnehmer*innen dazu, den Stadtraum neu zu entdecken, ihn als Lernmöglichkeit zu nutzen und spielerisch zu einer Plattform für temporäre, künstlerische Interventionen zu verwandeln, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbringen. Dabei wird der demokratische und experimentelle Charakter des Bauhauses mit in die Vorgehensweise eingebracht: wie können Kinder und Jugendliche den Alltag bzw. das Leben in der Stadt experimentell neudenken?

Auf den Spuren der Historie und Perspektive(n) untersuchen die Teilnehmer*innen gemeinsam mit den beteiligten Künstler*innen während regelmäßiger Gruppen-Workshops jeweils drei Orte in Berlin Mitte: das Haus der Statistik, das Alexa am Alexanderplatz und den Holzmarkt am Spreeufer. Neben der Bedeutung, die diese Orte im alltäglichen Leben der Teilnehmer*innen haben, wird auch die Nachvollziehbarkeit der Stadtentwicklung thematisiert, um anschließend mit den Gruppenmitgliedern zu reflektieren, wie sie als junge Erbeträger*innen aktiv an ihr mitwirken können.

Als Ausdruck dieses kontinuierlichen Lernprozesses gestalten sie gemeinsam mit den Künstler*innen jeweils ein bis zwei Kunstprojekte zum untersuchten Ort, die in einer anschließenden Ausstellung präsentiert werden: in  differierenden Formaten  wird ihre eigene Positionierung über die Nutzung der Stadt gespiegelt, die sie damit assoziieren.

So baut eine der beiden Gruppen des Haus der Statistik gemeinsam mit der Künstlerin Vanessa Farfán ein Modell von dem Gebäudekomplex. Dabei experimentieren die Jugendlichen mit der von Farfán selbstentwickelte Methode der AeSthetistik, einem Wortspiel aus Ästhetik und Statistik, als Lehre von Methoden zum Umgang mit quantitativen Informationen und ästhetischen Erfahrungen. Die zweite Gruppe entwickelt gemeinsam  mit dem Künstler Rubén González Escudero ein Video über den Aufbau der Ortsgeschichte und seine möglichen Zukunftsbilder. Die jungen Teilnehmenden wählen  einen Lernprozess, durch den sie die Relevanz und Herausforderungen eines partizipativen Projektablaufs, die auch die beteiligten Akteur*innen am (Auf-)Bau des Haus der Statistik erleben, erfahren können.

Eine der Gruppen der Alexa-Mall gestaltet gemeinsam mit der Choreographin Modjgan Hashemian eine Performance, die sich um die Körper und Bewegungsabläufe im und um den öffentlichen Raum Alexa und Alexanderplatz dreht. Eine weitere Gruppe erarbeitet eine Sound-Performance mit dem Musiker Raúl Bastida, für die sowohl visuelle als auch akustische Eindrücke synästhetisch interpretiert und anschließend abstrahiert in Klänge übersetzt werden.

Außerdem inszeniert die Gruppe des Holzmarkts gemeinsam mit der Künstlerin Valeria Schwarz und dem Architekten Juan Chacón ein Schattentheater über die Geschichte des Holzmarkts und seine Auseinandersetzung mit dem Bezirksamt. Die Bauformen vor Ort, die Rolle der beteiligten Akteur*innen und die politischen Ereignisse sind der Ausgangspunkt für die Dramaturgie.

Alle Projekte werden im Rahmen einer Ausstellung in der Alten Münze präsentiert. Sie läuft dort vom 29. November bis 8. Dezember 2019.

Einblicke in das Projekt:

www.instazu.com/tag/erbeleben

„Berlin und die Berliner – entdecken und verstehen“ – Angebote des Märkischen Museums im Rahmen des Bildungsverbundes

Seit 2017 werden Vermittlungsformate für die historisch interessanten Zeitzeugnisse im Stadtraum Berlin Mitte, der Klosterruine und dem Bärenzwinger, für SchülerInnen entwickelt und durchgeführt. Dabei werden die beiden Bauwerke mit dem Märkischen Museum in Bezug gesetzt. Durch den Dreiklang bauliches Zeitzeugnis – Stadtraum – Originalobjekt im Museum soll für die jugendlichen TeilnehmerInnen ein ganzheitliches Bild entstehen und die beteiligten Stätten als kulturelle Bildungsorte gestärkt werden.

Folgende Angebote sind u.a. bislang entstanden:

„Auf den Spuren von Mönchen, Schülern und Gelehrten.“ – Actionbound von Jugendlichen für alle zur Klosterruine (für SchülerInnen der 11. Klasse)

Das Projekt beschäftigt sich mit der Geschichte des Grauen Klosters, verortet es im Berlin des Mittelalters, der Reformationszeit und betrachtet die Entwicklung des dort ansässigen Gymnasiums bis in die heutige Zeit. Jugendliche erarbeiten dazu einen historischen Stadtrundgang, der das heutige Stadtbild dem alten Berlin gegenüberstellt. Der Rundgang ist in elektronischer Form der Öffentlichkeit zugänglich und eröffnet dem interessierten Publikum Pfade durch die vergangene Zeit. Die Beziehungen des Klosters zu weiteren historischen Punkten Berlins werden unterwegs erörtert.

„Die Ruine des Franziskanerklosters“ – Stadtspaziergang und Besuch des Märkischen Museums (für SchülerInnen der 3. – 6. Klasse)

Warum steht im Berliner Zentrum, unweit des Fernsehturms, eine alte Kirchenruine? Vor über 700 Jahren kamen Franziskanermönche nach Berlin, um hier, am damaligen Stadtrand, das „Graue Kloster“ zu errichten. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde dieses Kloster aufgegeben. Der berühmte Goldschmied und Drucker Leonhard Thurneisser wohnte, arbeitete und gründete hier in der Folge Berlins erste Druckerei, und wenig später wurde in den Gebäuden des ehemaligen Klosters auch das erste städtische Gymnasium von Berlin gegründet. Nach der Besichtigung und Erforschung der Ruine führt ein Spaziergang an der nahegelegenen mittelalterlichen Stadtmauer vorbei und über die Spree zum Märkischen Museum.

„Tiere in Berlin – von der Eiszeit bis in die Gegenwart“ – Besuch des Bärenzwingers und Workshop im Märkischen Museum (für SchülerInnen ab der 7. Klasse)

Die Schülerinnen und Schüler spazieren durch Berliner Geschichte und begegnen so Kultur, Handwerk und Alltag. Sie besuchen das Märkische Museum und befragen die dort präsentierten Objekte. Sie besichtigen den gegenüberliegenden Bärenzwinger im Köllnischen Park und untersuchen selbst die ehemaligen Gehege. Im Dialog mit Kulturvermittlerinnen und -vermittlern und anhand kreativer Methoden gehen die Jugendlichen der Frage nach, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Tier von der Eiszeit bis heute immer wieder veränderte. Und welche Rolle nehmen wilde und domestizierte Tiere in der Berliner Großstadt heute ein?

www.stadtmuseum.de/vermittlung

Vermittlungsprogramm im Bärenzwinger

Der Bärenzwinger im Köllnischen Park, dem historischen Zentrum Berlins, hat eine besondere Bedeutung für viele Berliner sowie für die Stadtgeschichte. Der heute als Kunstraum genutzte Ort möchte die in den Mauern, Strukturen und Symbolen präsente Vergangenheit in die Gegenwart führen. Das Vermittlungsprogramm für alle Altersgruppen beleuchtet unterschiedliche Aspekte des Bärenzwingers und macht den Ort auf kreative und spielerische Weise zugänglich.

Die flexible Struktur des Programmes, in dem Mal die Berliner Stadtgeschichte, die Baugeschichte und Architektur, der Berliner Bär als städtisches Wappentier und Bürgerattraktion, Tierschutzprobleme und die Umwandlung zum Kunstraum sowie allgemeine Themen wie Gefangenschaft und Freiheit im Vordergrund stehen, erlaubt eine Anpassung an die jeweilig stattfindenden Ausstellungen. Schulen, Universitäten, Feriengruppen oder anderweitig Interessierte sind eingeladen, den Bärenzwinger in seiner Vielschichtigkeit zu erkunden und das richtige Vermittlungs-Modul für sich auszuwählen.

www.baerenzwinger.berlin/Vermittlung/

Philosophie für Kinder – Vermittlungsprogramm in der galerie weißer elefant

Seit 2017 führt das Team von „denken denken“ angelehnt an die Ausstellungsthemen der Galerie philosophische Workshops mit Grundschulen durch. In einem mehrwöchigen kreativen Prozess wird mit den Kindern praktisch geforscht und philosophisches Denken erprobt.

www.galerieweisserelefant.de/vermittlung

  

Partner

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www.klosterruine.berlin

Im Köllnischen Park
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www.baerenzwinger.berlin/Aktuell/

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www.holzmarkt.com

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Siemensstraße 27
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Adresse Werkstatt und Haus der Statistik:

Karl-Marx-Allee 1
10178 Berlin

www.hausderstatistik.org