Bildungsverbund Urbane Künste 2019-09-18T11:09:12+00:00

Bildungsverbund Urbane Künste

Im Bildungsverbund Urbane Künste entsteht in der Bezirksregion Alexanderplatz ein Netzwerk von Bildungseinrichtungen sowie Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kulturinstitutionen, Architekt*innen, Künstler*innen und Kulturschaffenden.

Mit den Themenschwerpunkten Urbane Künste, Architektur und Design sollen nachhaltige, dauerhafte Kooperationsbeziehungen zwischen allen Netzwerkmitgliedern aufgebaut werden.

Der Bildungsverbund bietet Unterstützung für Projekte in den Bereichen Stadtintervention, Jugendkulturen wie Mode, Objekt- und Streetart, sowie der Beschäftigung mit historischer Stadtbetrachtung oder kreativer Stadtgestaltung. Die im Verbund beteiligten Einrichtungen mit ihren Mitgliedern sind aufgerufen die Rolle partizipativer Stadtnutzer*innen einzunehmen. Die Wünsche und Träume von Kindern und Jugendlichen für die Entwicklung ihres Wohnumfeldes und der Lernorte sollen dabei aktiv einbezogen werden. Die Gestaltung der Übergänge von Kita bis Oberschule soll begleitet, Willkommenskulturen und außerschulische Lernorte in den Alltag mit eingebettet werden.

Fotos: Natalia Hosie, Valeria Schwarz und Yannick Spiess


Projektträger und Koordination:

iCollective e.V. in Kooperation mit Zuloark

Valeria Schwarz
E-Mail: info@icollective-berlin.com
www.icollective-berlin.com
http://zuloark.com

Steuerung und fachliche Begleitung des Bildungsverbundes

BA Mitte – Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur

Anne Pfennig
Tel.: 030 9018-33481
E-Mail: anne.pfennig@ba-mitte.berlin.de

„Er(be)leben“ 2018  – ein partizipatives Projekt zum Thema Kulturerbe und öffentlicher Raum

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen des europäischen Kulturerbejahres e.V. gemeinsam mit der Künstler*innengruppe iCollective e.V. und der Architektengruppe Zuloark das Projekt „Er(be)leben“ durchgeführt.

In welchem Bezug steht das gegenwärtige Leben von Jugendlichen zu der Geschichte Berlins und was verstehen sie unter „kulturellem Erbe“?

Das Projekt ludt Schüler*innen dazu ein, diese Fragen anhand vier historischer Orte in Berlin Mitte zu untersuchen. Jedem der Orte wurde ein bestimmtes Konzept zugeordnet: das Nikolaiviertel wurde mit Austausch, die Klosterkirchenruine mit Innovation, der Alexanderplatz mit Konflikt und die Karl-Marx-Allee mit Mobilität verknüpft.

Jede Schüler*innengruppe entwickelte ein künstlerisches Projekt, das in einer Ausstellung in der Alten Münze präsentiert wurde. Hierbei begann eine Reihe von Diskussionen über die Zukunftsperspektiven rund um diese Orte. Die Ergebnisse dieser Gespräche wurden in einem Manifest für urbane Rechte junger Menschen im öffentlichen Raum festgehalten und als LED-Text in der Klosterkirchenruine veröffentlicht.

Die Absicht von Er(be)leben war es, Jugendliche als lebendige “Erbenträger/innen” anzusprechen, also als junge Menschen, die das Erbe Europas miterleben und auf ihre persönliche Art und Weise weitertragen. Denn ihr Verständnis von Erbe kann anders sein als institutionelle Auffassungen. Ziel war es, gemeinsam mit den Jugendlichen den Stadtraum neu zu entdecken, ihn als Lernmöglichkeit zu verstehen und spielerisch zu einer Plattform für künstlerische Interventionen zu verwandeln, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbringen. Dabei schlüpften die Jugendlichen in die Rolle von Stadtplaner*innen, Künstler*innen und Vermittler*innen.

Einblicke in das Projekt:

www.icollective-berlin.com/wp-ico/erbeleben/

www.webstagram.one/tag/erbeleben

Artikel zum Projekt auf der Online-Plattform „Kultur Mitte“ von Anna-Lena Wenzel: „Stadteroberungen – Über die Ausstellung „Er(be)leben“ in der Alten Münze“

„Er(be)leben“ 2019 – die Stadt als (politisches) Gesamtkunstwerk

Auch dieses Jahr lassen die Kunstkollektive  iCollective e.V. und zuloark gemeinsam mit Schüler*innen der Grundschule Neues Tor und des Max-Planck-Gymnasiums mit der Leitfrage “Was ist die Stadt als (politisches) Gesamtkunstwerk für dich?” das Projekt im Jubiläumsjahr des Bauhauses zum zweiten Mal aufleben. Das auf den urbanen Raum interpretierte Konzept des Bauhauses motiviert die Teilnehmer*innen dazu, den Stadtraum neu zu entdecken, ihn als Lernmöglichkeit zu nutzen und spielerisch zu einer Plattform für temporäre, künstlerische Interventionen zu verwandeln, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbringen. Dabei wird der demokratische und experimentelle Charakter des Bauhauses mit in die Vorgehensweise eingebracht: wie können Kinder und Jugendliche den Alltag bzw. das Leben in der Stadt experimentell neudenken?

Auf den Spuren der Historie und Perspektive(n) untersuchen die Teilnehmer*innen gemeinsam mit den beteiligten Künstler*innen während regelmäßiger Gruppen-Workshops jeweils drei Orte in Berlin Mitte: das Haus der Statistik, das Alexa am Alexanderplatz und den Holzmarkt am Spreeufer. Neben der Bedeutung, die diese Orte im alltäglichen Leben der Teilnehmer*innen haben, wird auch die Nachvollziehbarkeit der Stadtentwicklung thematisiert, um anschließend mit den Gruppenmitgliedern zu reflektieren, wie sie als junge Erbeträger*innen aktiv an ihr mitwirken können.

Als Ausdruck dieses kontinuierlichen Lernprozesses gestalten sie gemeinsam mit den Künstler*innen jeweils ein bis zwei Kunstprojekte zum untersuchten Ort, die in einer anschließenden Ausstellung präsentiert werden: in  differierenden Formaten  wird ihre eigene Positionierung über die Nutzung der Stadt gespiegelt, die sie damit assoziieren.

So baut eine der beiden Gruppen des Haus der Statistik gemeinsam mit der Künstlerin Vanessa Farfán ein Modell von dem Gebäudekomplex. Dabei experimentieren die Jugendlichen mit der von Farfán selbstentwickelte Methode der AeSthetistik, einem Wortspiel aus Ästhetik und Statistik, als Lehre von Methoden zum Umgang mit quantitativen Informationen und ästhetischen Erfahrungen. Die zweite Gruppe entwickelt gemeinsam  mit dem Künstler Rubén González Escudero ein Video über den Aufbau der Ortsgeschichte und seine möglichen Zukunftsbilder. Die jungen Teilnehmenden wählen  einen Lernprozess, durch den sie die Relevanz und Herausforderungen eines partizipativen Projektablaufs, die auch die beteiligten Akteur*innen am (Auf-)Bau des Haus der Statistik erleben, erfahren können.

Eine der Gruppen der Alexa-Mall gestaltet gemeinsam mit der Choreographin Modjgan Hashemian eine Performance, die sich um die Körper und Bewegungsabläufe im und um den öffentlichen Raum Alexa und Alexanderplatz dreht. Eine weitere Gruppe erarbeitet eine Sound-Performance mit dem Musiker Raúl Bastida, für die sowohl visuelle als auch akustische Eindrücke synästhetisch interpretiert und anschließend abstrahiert in Klänge übersetzt werden.

Außerdem inszeniert die Gruppe des Holzmarkts gemeinsam mit der Künstlerin Valeria Schwarz und dem Architekten Juan Chacón ein Schattentheater über die Geschichte des Holzmarkts und seine Auseinandersetzung mit dem Bezirksamt. Die Bauformen vor Ort, die Rolle der beteiligten Akteur*innen und die politischen Ereignisse sind der Ausgangspunkt für die Dramaturgie.

Alle Projekte werden im Rahmen einer Ausstellung im November 2019 gezeigt.

Einblicke in das Projekt::

www.instazu.com/tag/erbeleben

  

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